Über

Dr. M. Y. Calista

Philosophin, Lyrikerin, Körperdenkerin. Ich arbeite an den Stellen, wo Sprache in Körper übersetzt wird — und umgekehrt.

Miriam Ysa Calista bei einer Lesung

Mein Werk

Ich schreibe, denke und begleite nicht in unterschiedlichen Bereichen. Poesie, Philosophie und Verkörperung sind drei Ausdrucksformen desselben Werkes. Es trägt den Namen Ontopoetik.

Ontopoetik ist eine Philosophie des Lebendigen und eine Weise, Leben, Erkenntnis und schöpferische Gestaltung zusammenzudenken. Sie versteht Erkenntnis nicht als das Sammeln von Wissen, sondern als Verwandlung unserer Weise, dem Leben zu begegnen. Sie fragt danach, wie wir dem Lebendigen begegnen — und wie sich unser Leben verändert, wenn wir beginnen, Welt wieder als Beziehung zu erfahren.

Ich begleite Menschen dabei, sich als Teil eines lebendigen, mehr-als-menschlichen Beziehungsgeflechts zu erinnern und von dort aus anders zu leben. Ich arbeite nicht am besseren Funktionieren. Ich arbeite an tieferem Lebendigsein.

Was mich trägt

Drei Räume, aus denen ich dieses Werk gestalte: Sprache, Körper, Magie. Keine Methoden — drei Weisen, in Beziehung mit dem Leben zu treten.

Sprache, weil ich als Philosophin und als Lyrikerin gelernt habe, wie präzise das gesprochene und geschriebene Wort unsere Realität formt. Wie wir denken, wie wir sprechen, wie wir benennen — daraus besteht die Welt, in der wir leben.

Körper, weil reines Denken nicht reicht. Ich habe lange im Kopf gelebt. Wirkliche Wandlung passiert erst dort, wo etwas durch den Körper geht. Wo man sich selbst nicht mehr nur versteht, sondern spürt.

Magie, weil es keinen besseren Begriff gibt für das, was geschieht, wenn jemand die eigene schöpferische Kraft wieder erkennt. Das klingt groß, aber es ist erstaunlich konkret.

Was Menschen bei mir erleben

Die beiden Worte, die immer wieder kommen, sind Berührung und Transformation. Menschen beginnen, sich selbst tiefer zu spüren. Sie entdecken ihre eigene Stimme, ihre eigene Wahrheit, einen authentischeren Ausdruck. Manchmal passiert das über ein einziges Gedicht. Manchmal braucht es einen Wochenend-Workshop. Manchmal eine Reihe von Einzelgesprächen.

Biografie

Geboren 1980 in Osnabrück. Abitur 2000 am Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen. Im Anschluss ein Freiwilligenjahr in Nepal (NGOs nfesc und HANDS).

Studium der Bildungswissenschaft, Germanistik und Politischen Wissenschaft in Heidelberg, Berlin und Galway. Mitarbeiterin am Institut für Bildungswissenschaften (Prof. Baumann, Prof. Lenhart). 2004 Fellow des Jugenddialogs der ZEIT auf Schloss Elmau, 2006 UNESCO-Fellowship am International Bureau of Education in Genf.

2007–2010 DFG-Promotionsstipendium am Graduiertenkolleg des Instituts für Weltgesellschaft der Universität Bielefeld, zusätzlich Lehrauftrag im Fachbereich Soziologie. Feldforschung bei UNICEF Regional Office for South Asia in Nepal. 2011 Visiting Researcher an der Stanford University (Creative Writing, Performing Arts).

Ab 2015 zweites Master-Studium Philosophie in Heidelberg (Note 1,0), Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar bei Prof. McLaughlin, Leitung der Arbeitsgruppe Bildtheorie bei Prof. König.

Parallel und seither: Leitung des Heidelberger Lyriktheaters, Performance-Serie Körpertexte, Referentin für Landart auf Schloss Elmau, Dozentin für Kreative Performanz an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, Dichterkreis Kamina. Drei Kinder (2016, 2018).

2020 Promotion in Soziologie an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern (summa cum laude). 2022 Lehrauftrag Welterzeugung durch Sprache ebenda, ausgezeichnet mit dem Lehrpreis. 2023 Abschluss des zweiten Master-Studiums Philosophie in Heidelberg mit der Arbeit Erde & Eros. Eine planetarische Philosophie (1,0 mit Auszeichnung).

2023 Erscheinen des Lyrikdebüts liebestier im Aphaia Verlag München mit Nachwort von Dr. Simon Probst. Lesungen u.a. an der Kunsthalle Darmstadt, im Heidelberger Kunstverein, am Theater am Kamin und auf der Leipziger Buchmesse. 2021–2024 Merck-Stipendiatin der Textwerkstatt Darmstadt. 2024 EXIST-Women-Stipendiatin des BMWK für The Art of Reconnection — Initiatorin, Kuratorin und künstlerische Leitung des gleichnamigen Planetary Art Festivals.

Seit 2025 Mitglied der GEDOK Heidelberg, ab 2026/27 Fachbeirätin Literatur. Seit 2025 Abende am Museum Sinclair-Haus zu wechselnden Ausstellungen (Unter Pflanzen, Nachtleben, Tierstimmen) — zuletzt die dreiteilige Reihe Langsam werden am Abend. 2026 mehrtägige Kurse Inner Infinity Initiation und Embodying Inner Infinity sowie das Projekt Leben mit Pflanzen. 90 Days of Devotion.

Eine vollständige Aufstellung aller Veröffentlichungen — Editionen, Lyrik, Essays, Beiträge in Anthologien und Zeitschriften, Werkzyklen und Übersetzungsprojekte — steht in der Bibliographie.

Preise & Auszeichnungen

  • 2025 · Nominierungen Irseer Pegasus & Lyrikpreis Meran
  • 2024 · EXIST-Women-Stipendium des BMWK für The Art of Reconnection
  • 2022 · Lehrpreis der Universität Luzern
  • 2021–2024 · Merck-Stipendium, Textwerkstatt Darmstadt
  • 2021 · Shortlist Münchner Lyrikpreis · Shortlist Dresdner Lyrikpreis
  • 2021 · Projektförderung Planetarisches Schreiben, Stadt Heidelberg
  • 2019 · Preis der Heidelberger Autorinnen und Autoren für Lyrik
  • 2015, 2019 · Arbeitsstipendium des Förderkreises Deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg
  • 2012 · Jahresstipendiatin unternehmen lyrik
  • 2011 · Mobilitätsstipendium Universität Bielefeld (Stanford)
  • 2007–2010 · DFG-Promotionsstipendium, Graduiertenkolleg Weltgesellschaft Bielefeld
  • 2006 · UNESCO-Fellowship, IBE Genf
  • 2005 · Civil Academy Fellow
  • 2004 · ZEIT-Jugenddialog, Schloss Elmau

Lehre & Workshops (Auswahl)

  • 2026 · Workshops Inner Infinity Initiation (8 Tage, dt./engl.) und Embodying Inner Infinity (3 Wochen)
  • seit 2025 · Abende am Museum Sinclair-Haus (Unter Pflanzen, Nachtleben, Tierstimmen), zuletzt die Reihe Langsam werden am Abend
  • 2022 · Lehrauftrag Welterzeugung durch Sprache, Universität Luzern (Lehrpreis)
  • 2022 · Projektmodul Planetarische Philosophie, Universität Heidelberg
  • 2022 · EarthLab. Embodiment & Spirituality, Mother Earth Yoga Heidelberg
  • 2012–2014 · Dozentin Kreative Performanz / Wissenschaftliches Schreiben, Zeppelin Universität Friedrichshafen
  • 2012–2017 · Referentin für Landart, Schloss Elmau
  • 2013–2017 · Landart-Weiterbildungen für Pädagog*innen
  • 2012–2018 · Dichterkreis Kamina, Schreibwerkstätten und Performances
  • 2010/11 · Leitung Heidelberger Lyriktheater (drei Produktionen)

Auftritte & Projekte

  • 2026 · feuertiere — Kunstbuch mit IWAWALL, Lesungen Frankfurt & Heidelberg (Termine)
  • 2025 · flüchtig. 33 Haikus, Ausstellung Erinnern und Vergessen, GEDOK Berlin
  • 2025 · Performance Vexation, Stadttheater Heidelberg & Kollektiv Mütterkünste
  • 2025 · Poetry in the Cities, Odessa
  • 2024 · Lesung liebestier, Leipziger Buchmesse
  • 2024 · Libretto erde.mysterium (Uraufführung, Komposition Torsten Laux)
  • 2024/25 · Initiatorin und Kuratorin Planetary Art Festival (~50 Beteiligte, Online + Live)
  • 2024/25 · Expedition Poesie Heidelberg–Montpellier (Hilde Domin / Jean Joubert)
  • 2023 · liebestier — Lyrikdebüt, Aphaia Verlag München; Lesungen Kunsthalle Darmstadt, Heidelberger Kunstverein, Theater am Kamin
  • 2023 · Ausstellungsraum liebestier in Animalia, Kunsthalle Darmstadt
  • 2023 · Vexations — 14h-Schreibperformance zu Erik Satie, 16 Pianist*innen / Autor*innen, Heidelberg
  • 2023 · Lecture Performance Fenster, Feuer, Nackte Fabeln, DGAVL Potsdam
  • 2022 · Lecture Performance Intimate Attraction, Michel-Serres-Tagung Dresden
  • 2022 · Virtual Writer in Residence, Writers Victoria / Melbourne
  • 2022 · Expedition Poesie Heidelberg–Melbourne (Übersetzungsprojekt)
  • 2020 · Hölderlins Traum — Wandellesung, Schloss Heidelberg
  • 2020 · Hölderlin — Ein literarischer Salon, Kurpfälzisches Museum Heidelberg
  • 2020 · Autorin im Projekt Prinzip Hoffnung der Stadt Heidelberg
  • 2019 · Autorin im Kooperationsprojekt Freiraum, Tanztheater Heidelberg
  • 2013/14 · Performance-Serie Körpertexte (Förderung Stadt Heidelberg)
  • 2011 · Die Welt hochwerfen — Ausstellung zum 5. Todestag Hilde Domins, 50 Künstler*innen, Heidelberg

Gedankenpost

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